Geld überweisen ins Ausland – wie funktioniert es?

Auf das Land kommt es an

Grundsätzlich ist Auslandsüberweisung nicht gleich Auslandsüberweisung. Es gibt mitunter starke Unterschiede, je nachdem, in welches Land das Geld überwiesen werden soll. Wichtig ist hierbei vor allem, ob das Zielland innerhalb des seit rund fünf Jahren existierenden SEPA-Abkommens liegt. Dieser einheitliche Zahlungsverkehrsraum wurde im Jahr 2008 eingeführt, um Überweisungen über nationale Grenzen hinaus zu beschleunigen und verwaltungstechnisch zu vereinfachen. Mitgliedsländer sind hierbei alle EU-Staaten sowie außerdem Norwegen, die Schweiz, Island und auch Liechtenstein.

SEPA-Überweisung innerhalb der EU nutzen

Möchten Sie daher von Deutschland aus Geld auf ein Zielkonto innerhalb der SEPA-Staaten überweisen, so ist dafür nur noch das Ausfüllen einer sogenannten SEPA-Überweisung notwendig. Alles was sie hierzu brauchen, sind IBAN und BIC des Zielkontos. IBAN und BIC sind dabei die internationale Kontonummer, beziehungsweise die internationale Bankleitzahl. Haben Sie diese in Erfahrung gebracht, können Sie die Überweisung zu denselben Konditionen ausführen, die Ihnen Ihre Hausbank auch für eine ganz normale Inlandsüberweisung bietet. Das bedeutet, dass die Gebühren, die für die Auslandsüberweisung fällig werden, die einer Inlandsüberweisung nicht überschreiten dürfen und der zu überweisende Betrag innerhalb eines Bankgeschäftstages auf dem Zielkonto angekommen sein muss.

Auslandsüberweisungen in Nicht-EU-Staaten weiterhin gebühren- und zeitaufwändig

Anders sieht es dagegen aus, wenn Sie vorhaben, auf ein Zielkonto zu überweisen, welches nicht in einem Staat innerhalb des SEPA-Abkommens liegt. Hier müssen Sie leider weiterhin mit der klassischen Auslandsüberweisung vorlieb nehmen. Natürlich benötigen Sie auch hier die Kontodaten des Empfängers, diese müssen jedoch nicht zwangsläufig im für Europa typischen IBAN-, beziehungsweise BIC-Format vorliegen und weichen je nach Zielland häufig hiervon ab. Rechnen Sie außerdem mit deutlichen Verzugszeiten. Bis das Geld auf dem Zielkonto angekommen ist, können schon mal, abhängig von der Kooperation der internationalen Zielbank, durchaus Wochen vergehen. Stellen Sie sich außerdem auf nicht unwesentliche Gebühren ein. Grundgebühren von 10 oder 15 Euro unabhängig vom zu überweisenden Betrag sind keine Seltenheit und vollkommen branchenüblich, darüberhinaus berechnen viele Banken auch noch eine anteilige Gebühr auf Basis des Betrags, wenn dieser eine bestimmte Grenze übersteigt. Zusätzliche Gebühren kommen außerdem auf Sie zu, wenn Sie den Betrag direkt in der Fremdwährung überweisen. Da viele der hier genannten Variablen vom Zielland und der Zielbank abhängen, ist es ratsam, vor der Durchführung der Überweisung auf jeden Fall bei der Hausbank die notwendigen Informationen über Dauer und Gebühren einzuholen.