Was kosten Überweisungen ins Ausland und wie lange dauern sie?

Kosten und Dauer abhängig vom Zielland

Grundsätzlich muss man bei der Beantwortung der Frage nach Kosten und Dauer einer Auslandsüberweisung abhängig vom Zielland unterscheiden. Im Jahre 2008 wurde beispielsweise der internationale einheitliche Zahlungsverkehrsraum SEPA (Single Euro Payment Area) eingeführt. Zu diesem Zahlungsverkehrsraum gehören alle Staaten, die auch der Europäischen Union angehören. Weiterhin zum SEPA-Bündnis gehören aber auch Norwegen, die Schweiz, Island und Liechtenstein. Auslandsüberweisungen innerhalb dieses Bündnisses sind mittlerweile sehr günstig und dauern nicht länger als normale Inlandsüberweisungen.

SEPA-Überweisung schnell und günstig

Seit Einführung einer gesetzlichen Regelung im Jahre 2012 müssen die Banken, die zu den SEPA-Staaten gehören, eine SEPA-Überweisung auch über Ländergrenzen hinweg so schnell verarbeitet haben wie eine ganz normale Inlandsüberweisung. Das heißt für Sie, dass eine Überweisung von Deutschland aus in einen beliebigen SEPA-Staat innerhalb eines Bankgeschäftstages abgeschlossen sein muss. Auch die Kosten für eine solche Überweisung sind gesetzlich reguliert. So darf eine Überweisung nicht mehr an Gebühren kosten, als die ausführende Bank auch für eine Inlandsüberweisung berechnet. Kostet bei Ihrem Kreditinstitut also eine Überweisung innerhalb Deutschlands beispielsweise 10 Cent, so ist das auch der Maximalbetrag, mit dem Sie für eine SEPA-Überweisung ins Ausland rechnen müssen.

Auslandsüberweisungen in Nicht-EU-Länder kosten- und zeittechnisch variabel

Möchten Sie dagegen Geld in ein Land überweisen, welches nicht dem SEPA-Bündnis angehört, so gibt es leider keine einheitliche Antwort auf die Dauer- und Kostenfragen. Möchten Sie die Überweisung beleglos via Online-Banking ausführen, so werden bei den meisten Kreditinstituten etwa 10 Euro als Grundgebühr fällig. Führen Sie die Überweisung beleghaft oder telefonisch durch, werden oftmals sogar 15 Euro oder mehr berechnet. Ab einem gewissen Betrag (Faustregel für die meisten Banken: ab 5000 Euro) erhebt die Bank außerdem einen gewissen Anteil der Überweisungssumme als zusätzliche Gebühr, meist in Höhe von etwa 1,5 Promille des zu überweisenden Betrags. Darüberhinaus kommen noch einmal Kosten auf Sie zu, wenn Sie die Überweisung in der Währung des Ziellandes ausführen. Zeittechnisch kann sich eine solche Überweisung sehr unterschiedlich gestalten. Dies hängt auch vom Arbeitstempo und der Kooperation der ausländischen Zielbank mit der überweisenden Bank ab. Gerade bei exotischen Ländern sollten Sie sich aber auf jeden Fall auch auf mehr als eine Woche Wartezeit einstellen. Im Zweifelsfall sollten Sie daher vor der Überweisung bei Ihrer Hausbank eventuell Erfahrungswerte einholen und dann entsprechend planen, damit das Geld rechtzeitig beim Empfänger ankommt.