Werden Überweisungen auch an Feiertagen bearbeitet?

Eine Überweisung ist sowohl in Deutschland als auch international eines der am häufigsten genutzten Zahlungsmittel. Die beleghafte Überweisung wird in der heutigen Zeit mehr und mehr durch die elektronische Überweisung abgelöst. Für den Überweisenden als Auftraggeber ist das denkbar einfach; er füllt den Überweisungsvordruck entweder handschriftlich oder maschinell aus und gibt die Überweisung in Auftrag. Dann sind die Kreditinstitute am Zuge, die einerseits die Überweisung ausführen und sie andererseits gutschreiben müssen. Aber tun sie das auch an Feiertagen, müssen sie das, oder brauchen sie es nicht?

EU-Richtlinie PSD als Rechtsgrundlage

Rechtsgrundlage für die Abwicklung inklusive der Gutschrift von Überweisungen ist die EU-Richtlinie für Zahlungsdienstleistungen. Ihre offizielle englische Fassung lautet Payment Services Directive, kurz PSD. Die EU-Mitgliedsländer waren gehalten, sie bis Anfang Oktober 2009 umzusetzen. Die PSD hat das bis dahin gültig gewesene Überweisungsgesetz, das ÜG, abgelöst. Das Kreditinstitut des Zahlungsempfängers muss Gutschriften unverzüglich dem Konto gutschreiben. Wenn das aus internen Gründen am folgenden Geschäftstag erfolgt, dann muss die Wertstellung zugunsten des Kunden rückwirkend auf den Geschäftstag erfolgen, an dem das Kreditinstitut die Überweisung erhalten hat.

Geschäftstag ist eindeutig definiert

Als Geschäftstage gelten alle Werktage, an denen die an der Ausführung der Überweisung beteiligten Kreditinstitute in der Regel geöffnet haben. Werktage sind die Wochentage Montag bis Freitag. Der Samstag gilt als Wochentag, er ist kein Werktag. Die anderen Wochentage werden als Bankschließtag bezeichnet. Das sind die Wochentage inklusive der Sonn- und Feiertage, an denen die Kreditinstitute nicht geöffnet haben. Daraus ergibt sich, dass an Feiertagen keine Überweisungen bearbeitet werden. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Kreditinstitute regeln in ihren Angebotsverzeichnissen, wie das in ihrem Geschäftsgebiet gehandhabt wird.

Unterschiedliche Feiertage im In- und Ausland

Verschiebungen zum Positiven wie zum Negativen hin kann es beispielsweise geben, wenn eine Feiertagsregelung nur in einigen Bundesländern gilt. Ebenso verhält es sich bei Auslandsüberweisungen innerhalb der SEPA-Länder. Im Einzelfall ist es müßig bis hin zu nicht nachvollziehbar, warum die Überweisung einen Tag früher oder später gebucht worden ist. Während der Arbeits- und Öffnungszeiten der Kreditinstitute an den Geschäftstagen finden täglich mehrere Buchungsgänge statt. Was morgens um 08.00 Uhr noch nicht gebucht ist, kann sechs, acht Stunden später durchaus gutgeschrieben sein. Bei den Renten als Prior2-Überweisungen beispielsweise ist das so der Fall. Sie werden generell zur Mittagszeit auf den Girokonten gebucht, also gutgeschrieben.