Was sind Eilüberweisungen?

Bargeldlose Zahlungen, die auf Wunsch des Einzahlenden so schnell wie möglich für den Zahlungsempfänger verfügbar sein sollen, werden als Eilüberweisungen bezeichnet. Sie werden im allgemeinen Sprachgebrauch auch Blitzüberweisungen oder telegrafische Überweisungen genannt. In der Bankenfachsprache heißen sie Prior1-Überweisungen.

Prior3-, Prior2- und Prior1-Überweisungen bei Banken und Sparkassen

Die Kreditinstitute kennen im bargeldlosen Zahlungsverkehr insgesamt drei Zahlungs- oder Dringlichkeitsstufen. Das gilt sowohl für Onlinebanking als auch für den am Kundenschalter abgegebenen Überweisungsauftrag. Alle normalen Kundenaufträge sind Prior3-Überweisungen. Sie werden auf dem normalen Bearbeitungsweg nach Auftragseingang bearbeitet. Prior2-Überweisungen werden deutlich schneller und vor allem termingerecht bearbeitet. Sie sind ein beschleunigtes Verfahren für Massenzahlungen. Zu ihnen gehören beispielsweise die monatlichen Zahlungen an alle Rentenempfänger. Prior2 stellt sicher, dass diese Massenzahlungen am jeweils letzten Werktag des Monats um die Mittagszeit den Empfängerkonten gutgeschrieben sind. Die frühere Bezeichnung für heutige Prior1-Überweisungen war die telegrafische Überweisung. Je nach Kreditinstitut wird sie heutzutage als Blitzüberweisung, oder auch als Eilüberweisung bezeichnet. Das ist banktechnisch ein- und dasselbe.

Taggleiche Gutschrift auf dem Empfängerkonto

An dem Charakter der früheren telegrafischen, Eil- oder Blitzüberweisung hat sich bis heute nichts geändert. Wenn die Einzahlung bis zum Annahmeschluss des Kreditinstitutes vorgenommen wird, dann erfolgt die Gutschrift auf dem Konto des Empfängers an demselben Tag. Den Annahmeschluss handhaben Banken und Sparkassen recht unterschiedlich; er liegt in aller Regel am Spätvormittag, etwa zwischen 11.00 Uhr und 12.00 Uhr. Um diesbezüglich auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt sich eine persönliche Vorsprache beim Kundenberater. Daraus ergibt sich, dass für Eilüberweisungen die Filialbanken und Sparkassen mit ihren Haupt-, Zweig- und Nebenstellen gegenüber den Direktbanken oder den Onlinebanken präferiert sind. Hilfreich bis hin zu notwendig ist es, dass dem Zahlungsempfänger die Eilüberweisung auf einem Girokonto gutgeschrieben werden kann. Das ist zwar die Regel, wird aber der Vollständigkeit halber erwähnt.

Den Aufwand für diesen buchstäblichen Extraservice lassen sich die Kreditinstitute auch dementsprechend extra bezahlen. Für eine Eilüberweisung muss mit Kosten im niedrigen zweistelligen Eurobereich gerechnet werden. Das gilt auch für Zahlungsvorgänge vom Einzahlenden zum Zahlungsempfänger in derselben Währung, beispielsweise in der Eurowährung. Diese Bankkosen gehen zu Lasten des Einzahlenden. Die Eilüberweisung wird also erst dann ausgeführt, wenn sie, sprich die Dienstleistung dafür, bezahlt worden ist.

Das gesamte Procedere spricht dafür, eine Eilüberweisung am besten persönlich vor Ort in Auftrag zu geben.