Gibt es ein Limit für den Überweisungsbetrag?

Grundsätzlich gilt, dass der Kontoinhaber frei über sein Konto verfügen kann. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um ein Guthaben handelt, oder aber um einen vertraglich vereinbarten Dispo-Kredit. Das gilt für Onlineüberweisungen mit der Einschränkung, dass sich Kreditinstitut und Kontoinhaber auf ein Limit einigen.

Höchstlimit pro Auftrag oder Tag

Vor allem aus Gründen der Sicherheit im Interesse des Kontoinhabers wird beim Onlinebanking mit dem Kreditinstitut ein Limit vereinbart. Über die Höhe kann der Kontoinhaber entscheiden. Er orientiert sich dabei an seinen Erfahrungen über die Höhe der Einzelüberweisungen sowie die Zahl der Überweisungen je Tag. Dieses Überweisungslimit wird vom Kreditinstitut vorgemerkt. Es greift automatisch, wenn es auch nur um einen Euro oder Cent überschritten wird. Der Kontoinhaber hat jederzeit die Möglichkeit, das Überweisungslimit zu ändern. Eine Information an das Kreditinstitut genügt; nachdem dort die Änderung in das EDV-System eingegeben worden ist, gilt bis auf Weiteres das neue Limit.

Schutz für den Kontoinhaber vor fremdem Kontozugriff

Das Überweisungslimit ist kein Gängeln des Kontoinhabers, sondern ein Schutz für ihn. Wenn es zu einem unberechtigten Kontozugriff kommen sollte, beispielsweise durch Pishing, dann lässt sich der Schaden durch das Limit begrenzen. Mehr als der limitierte Tagesbetrag lässt sich nicht pishen, sprich stehlen. Zu dieser Kontrollfunktion gehört allerdings auch, dass der Kontoinhaber in regelmäßigen Tagesabständen seinen Kontostand überprüft. Je länger die Zeitabstände sind, umso größer kann der Schaden durch einen unberechtigten Kontozugriff sein, weil das Überweisungslimit täglich neu gilt.

Limit niedrig ansetzen und Überweisungen geschickt verteilen

Das eine tun, und das andere nicht lassen. Ein guter Mittelweg ist das relativ niedrige Tageslimit. Für den Zeitraum von einem Monat sind die notwendigen Onlineüberweisungen überschaubar. Vielfach lassen sie sich auf mehrere Tage verteilen. Eine solche Risikominimierung hat keinerlei Einfluss auf die Zahlungen. Wenn das Limit ausnahmsweise doch einmal aus aktuellem Anlass überschritten werden muss, dann lässt sich das telefonisch mit dem Kreditinstitut regeln. Das Limit wird dann für einen bestimmten Zeitraum, beispielsweise für ein, zwei Stunden aufgehoben, oder einmalig auf einen zu vereinbarenden Betrag erhöht. Der dortige Sachbearbeiter ändert das Limit, verfolgt den Überweisungsvorgang und führt es anschließend wieder auf den vereinbarten Stand zurück.