Kann man anonym Geld überweisen?

Bei näherer Betrachtung dieser Thematik geht es zunächst darum näher zu definieren, auf welcher von beiden Seiten die Anonymität angesprochen wird. Soll der Einzahlende für das Kreditinstitut anonym bleiben, oder soll der Zahlungsempfänger nicht erkennen können, von wem er die Geldzahlung respektive Geldüberweisung erhalten hat. Generell bleibt festzuhalten, dass anonyme Zahlungen kaum möglich sind; wenn ja, dann eher durch Zufall, oder durch eine Nachlässigkeit des Sachbearbeiters beim Kreditinstitut. Und das gilt dann auch nur für überschaubare Beträge im zwei- oder dreistelligen Eurobereich.

Nachweisbarer Geldfluss und Geldwäsche

Das weltweite Thema Geldwäsche macht anonyme oder verdeckte Zahlungen zunehmend schwerer bis hin zu unmöglich. Geldwäsche bedeutet, illegal erworbenes oder unversteuertes Geld in den legalen Geldkreislauf einzubringen. Das Geld wird buchstäblich rein gewaschen, es ist nach dem Geldwaschen legal. In den meisten Fällen handelt es sich um Bargeld. Es wird in bar auf ein Konto eingezahlt, und anschließend kann über dieses Kontoguthaben bar oder bargeldlos verfügt werden. Zahlungsfluss und Zahlungsweg sind dann kaum noch nachvollziehbar. Daher muss sich jeder Einzahlende ausweisen, und ab einer bestimmten Einzahlungshöhe müssen nähere sowie nachprüfbare Angaben zur Herkunft des Geldes gemacht werden. Jetzt obliegt es dem jeweiligen Kreditinstitut, wie ernst und genau es diese Vorschriften handhabt. Wenn einige hundert Euro in bar auf das eigene oder auf ein fremdes Konto eingehalt werden, dann werden erfahrungsgemäß keine Personalien des Einzahlenden geprüft. Er kann das Risiko eingehen, einen anderen als seinen eigenen Namen anzugeben. Das ist allerdings weder legal noch korrekt.

Für den Zahlungsempfänger anonym bleiben

Anonym Geld von Konto zu Konto zu überweisen ist fast ausgeschlossen. Die Kreditinstitute prüfen bei Geldüberweisungen die Bankverbindung, also Kontonummer und Bankleitzahl. Wenn hier keine Unstimmigkeiten sind, wird ein namentlicher Abgleich oftmals vernachlässigt. Ähnlich wie beim vorstehenden Beispiel der Bareinzahlung kann der Einzahlende einen anderen Namen angeben, allerdings nur bei der Bareinzahlung auf ein fremdes Konto. Bei bargeldosen Überweisungen wird automatisch der Name des Einzahlenden ausgewiesen. Der erscheint auf der Gutschriftbuchung des Empfängers, und zwar ohne Angaben zur Bankverbindung. Die Möglichkeit, einen anderen Namen zu verwenden, gibt es jedoch nur bei Bareinzahlungen auf ein fremdes Konto über Banken und Sparkassen.

Bei Western Union beispielsweise muss sich der Einzahlende bei jeder Geldüberweisung ausweisen. Ohne diese Legitimation wird kein Geldüberweisungsauftrag ausgeführt. Bei Filialbanken und Sparkassen kann, muss es aber keineswegs immer ohne Personalausweis oder Reisepass gehen.