Ist das Zurückrufen von Überweisungen möglich?

Fast jeder kennt die Situation: Man schreibt eine Überweisung, verdreht jedoch aus Versehen zwei Zahlen in der Kontonummer und schon kommt das Geld nach wenigen Tagen zurück, weil es das angegebene Konto nicht gibt, oder, noch schlimmer, das Geld landet bei einem falschen Empfänger. Was kann man in diesem Fall tun?

Auf den Zeitpunkt kommt es an

Grundsätzlich ist das Zurückrufen einer Überweisung möglich. Hierzu kommt es jedoch darauf an, dass Sie den Fehler rechtzeitig bemerken. Rechtzeitig heißt in diesem Fall, dass Sie Ihre Bank über den Fehler aufklären, bevor die Überweisung von der Bank verbucht ist. Viele Banken nehmen für die Stornierung aber eine gesonderte Gebühr. Im Zweifelsfall müssen Sie daher entscheiden, ob Ihnen die Stornierung des Auftrags die zusätzlichen Kosten wert sind. Ist das Geld schon auf dem Konto des Empfängers angekommen, besteht leider keine Chance mehr, die Überweisung über die Bank rückgängig zu machen. Hier hilft dann nur noch, sich an den hoffentlich kulanten Empfänger des Geldes zu wenden und eine Rücküberweisung der fälschlicherweise überwiesenen Summe zu verlangen.

Beleghafte Überweisung einfacher zurückzurufen

Allgemein stehen die Chancen auf einen erfolgreichen Widerruf einer Überweisung günstiger, wenn Sie ihre Überweisungen noch ganz traditionell beleghaft bei Ihrer Filiale abgeben. Meist geben die Banken ihre Überweisungsträger nur ein- oder zweimal am Tag in den Zahlungsverkehr. Somit bleibt Ihnen mehr Zeit, um den Irrtum zu entdecken und die Bank noch vor der Verbuchung zu informieren. Anders sieht es leider beim Online-Banking aus: Hier werden die Überweisungen in sehr kurzen Intervallen verbucht. Die Chancen auf einen Rückruf sind daher bei einer online ausgeführten Überweisung sehr viel geringer als bei der beleghaften Überweisung. Prüfen Sie beim Online-Banking also lieber alle Daten doppelt, bevor Sie den Überweisungsauftrag wirklich absenden.